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Online-Volunteering: Engagement im Netz

Das Internet ist in den letzten Jahren zu einem natürlichen Begleiter freiwilligen Engagements geworden. Nonprofits nutzen diese Entwicklung immer öfter und machen über das Internet freiwilliges Engagement auch zu Hause, am Arbeitsplatz oder unterwegs möglich.

Beim Online-Volunteering ist vieles möglich. Tools, Plattformen und Apps gibt es wie Sand am Meer – oft sogar kostenlos. Doch sie sollten einfach zu benutzen sein: Für Online-Volunteers sind unbekannte Tools, umständliche Webseiten oder auch manche Dateiformate ernst zu nehmende Hindernisse. Deshalb gilt: „Keep it smart and simple!.“ Häufig ist das zunächst die gute alte E-Mail. Aber auch Wikis, Google-Docs und Dropbox können sehr hilfreich sein, ebenso wie Skype-Kontaktlisten, Whatsapp- und Facebook-Gruppen oder Mixxed-Plattformen.

Am Ball bleiben und Konflikten vorbeugen

Wichtiger noch als die technischen Aspekte ist beim Online-Volunteering das Beziehungsmanagement. Eine große Herausforderung besteht darin, die Online-Volunteers am Ball zu halten und Konflikten vorzubeugen. Dabei hilft ein Fahrplan für die interne und externe Kommunikation mit und über Ehrenamtliche. Vor allem dann, wenn das Online-Engagement über einzelne, kleine Aufgaben hinausgeht, sollten Signale, mit denen Freiwillige Unmut bekunden, durch Angebote zur Kommunikation aufgefangen werden.

Und schließlich: Nicht zu viel erwarten. Online-Volunteering – besonders Micro-Volunteering über Smartphone-Apps – kann ein niedrigschwelliger Einstieg ins Engagement sein, doch nur wenige Freiwillige bringen die Bereitschaft mit, sich langfristig an eine Organisation zu binden. Das ändert sich vielleicht mit der Zeit – bis dahin hilft ein offener und humorvoller Umgang mit allen Freiwilligen und Gelassenheit, auch wenn ein Online-Volunteer die Organisation wieder verlässt. Happy Volunteering!

Beispiele: Online-Volunteering in Deutschland

Viele Beispiele für Online-Volunteering finden sich in der tagtäglichen Arbeit zahlreicher kleiner Projekte und Initiativen. Ehrenamtliche übersetzen Newsletter, schreiben online mit Google docs Förderanträge oder organisieren per Picasa die Bilddatenbank der NGO. Hier kommen viele unterschiedliche Webtools zum Einsatz, die Organisation und Management vereinfachen. Diese Art Online-Engagement ist in größeren NGOs im deutschsprachigen Raum allerdings noch nicht sehr weit verbreitet. Auf englischsprachigen Plattformen wie beispielsweise bei den UN Volunteers  dagegen lässt sich eine Vielzahl solcher Angebote finden. Soziale Projekte, die sich online organisieren, sind in Deutschland zum Beispiel:

Cybermentor

Im eMentoring-Programm „Cybermentor“ der Universitäten Regensburg und Erlangen-Nürnberg wurden seit 2005 über 3.000 berufstätige Frauen aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technologie) an Schülerinnen der sechsten bis zwölften Klassenstufe vermittelt. Die Idee dahinter ist, mehr Frauen für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern. Die Mentorinnen aus Wirtschaftsunternehmen und Universitäten begleiten ihre Mentees jeweils über ein Jahr. Sie helfen bei Vorträgen in der Schule oder zeigen mögliche Wege für den Berufseinstieg auf. Technisch setzt „Cybermentor“ auf E-Mail sowie Chats und Foren auf der eigenen Online-Plattform CyberMINT.

Exploring Humanitarian Law

Das Österreichische Rote Kreuz übersetzte mit der Hilfe von Online-Volunteers der Jugendplattform HelpStars.at in einem Wiki das 45-seitige eBook „Exploring Humanitarian Law“. Die Übersetzung war notwendig, weil die Schulungsunterlagen des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes nicht auf Deutsch verfügbar waren. Für das Projekt wurde das eBook in 33 Teile zerlegt und die einzelnen Seiten als „Tasks“ auf der Plattform ZiviCloud veröffentlicht.

 

CLEAR to volunteer online?

Wer mit dem Online-Volunteering neue Wege für das freiwillige Engagement gehen will, muss selbst erst „CLEAR to volunteer online“ sein:

Can do: Welche Technik steht zur Verfügung? Welche Tools können oder dürfen genutzt werden?

Like to: Möchte die Organisation wirklich mit Online-Volunteers arbeiten? Ist allen Beteiligten der Sinn des Vorhabens klar?

Enabled to: Welche Ressourcen stehen zur Verfügung? Gibt es die Möglichkeit, auf Anfragen – meist zum Feierabend oder am Wochenende – zeitnah zu reagieren?

Asked to: Sind alle im Boot? Wurde das Projekt ausreichend innerhalb der Organisation kommuniziert?

Responded to: Was soll am Ende rauskommen? Ist das Ziel des Projektes gut kommunizierbar? Was geschieht mit dem Endprodukt‘?

Weiterlesen: Mit betterplace.org Zeitspenden sammeln.

Hannes Jähnert beschäftigt sich als Engagementblogger mit freiwilligem Engagement, Online- und Micro-Volunteering sowie der Bürger- und Zivilgesellschaft in Zeiten von Web 2.0 und Social Media. hannes-jaehnert.de