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Wie verändert das Internet die Arbeit von NGOs in Deutschland?

Studie: Wie soziale Organisationen im Internet arbeiten

Das Internet bringt frischen Wind in den sozialen Sektor – althergebrachte Prozesse und Organisationsformen brechen auf, jeder kann online mitmachen. Für soziale Organisationen heißt das: Ehrenamtliche und Mitarbeiterinnen sind per E-Mail und Whatsapp besser erreichbar als übers Festnetz, Begünstigte kommentieren in Online-Foren und Spenderinnen wollen Gutes mit einem Klick unterstützen. In einer noch laufenden Studie hat das betterplace lab gefragt: Wie begegnen NGOs in Deutschland diesen Entwicklungen? Wir haben neben NGOs auch 32 Expertinnen aus dem sozialen Sektor zu den Herausforderungen der Digitalisierung befragt – hier ein erster Auszug ihrer Antworten.

Die Digitalisierung ist längst auch im sozialen Sektor eingezogen: Förderanträge werden online gestellt, Spender stellen Anfragen per E-Mail, wichtige Meinungsmacher können schneller per Tweet erreicht werden. „Auch die Haltung der Bevölkerung gegenüber der digitalen Präsenz von Organisationen wandelt sich“, sagt Anja Adler, Social-Media-Beraterin für Stiftungen und eine der von uns befragten Expertinnen. Die transparente Darstellung der Arbeit der Organisation und der Dialog mit den Spendern wird immer wichtiger: „Direktes Feedback erhöht die Spendenbereitschaft. Das halte ich für absolut wesentlich. Der Spender will wissen, dass seine Spende auch ankommt“, sagt Oliver Grün, Software-Unternehmer und Berater. Diese Forderung nach mehr Transparenz lässt sich im Internet einlösen, indem die Daten der Organisation veröffentlicht werden, Begünstigte zu Wort kommen und Fragen direkt geklärt werden.

Müssen jetzt alle ganz schnell zu IT-Spezialisten werden?

Viele Mitarbeiter im sozialen Sektor sind noch nicht geschult im Umgang mit den Neuen Medien und hätten „Angst vor nicht zu bewältigendem Kommunikationsaufwand, oder einer Banalisierung der Themen, für die sie sich einsetzen“, meint Dorothee Vogt von dem Sozialen Investmentfonds BonVenture. NGOs werden die neuen digitalen Herausforderungen also nur meistern, wenn sie ihre Mitarbeiter bei der (Weiter-)Entwicklung und Anwendung digitaler Tools mit einbeziehen. Anja Adler: „Durch Schulungen könnten Ängste genommen und die Mitarbeiter zum Ausprobieren neuer Medien oder Programme motiviert werden.“ Damit das klappt, müssen die Führungskräfte der NGOs diesen strategischen und kulturellen Wandel unterstützen. Nur so können sie wertvolle Überzeugungsarbeit leisten und Vorbehalte entkräften.

Tägliche Spendenaufrufe als einzige Online-Kommunikation sind kein guter Weg zum Spendensammeln im Internet. „Wir sammeln Spenden nicht im größeren Umfang über Facebook, sondern interessieren Menschen für unsere Organisation. Erst im zweiten Schritt können wir sie eventuell um Spenden bitten“, so Michael Gotzen von action medeor. Das heißt: Wenn NGOs den Schritt ins Web 2.0 wagen, brauchen sie einen Plan. Dabei ist nicht zu unterschätzen, dass das Community-Building und der Dialog Zeit kosten. Zum Beispiel um angemessene, produktive Antworten auf Kritiken und Fragen zu formulieren. Wer diese Kommunikationsaufgaben erfolgreich bewältigt, schafft eine gute Grundlage für Spendenaufrufe und den Weg in die Digitalisierung.

Gemeinsam mit SAP und Stifter-Helfen.de möchte das betterplace lab aber nicht nur herausfinden, welchen Herausforderungen soziale Organisationen begegnen, sondern auch welche Hilfe sie noch brauchen. Dafür haben wir in einer Online-Umfrage von Februar bis April 2013 mehr als 300 Organisationen befragt. Gemeinsam mit den Expertinnen aus den Bereichen Online-Fundraising, Nonprofit-Software und Organisationsentwicklung arbeiten wir nun die Studie aus, um Handlungsempfehlungen zur besseren Digitalisierung des sozialen Sektors abgeben zu können. Erstes spannendes Ergebnis: Über 70 % der von uns befragten NGOs sammeln bereits online Spenden. Ab dem 30. Mai 2013 gibt es dann die vollständigen Ergebnisse und weitere Informationen hier:

betterplace-lab.org/projekte/digitalisierungsstudie

 

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