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Der Trendreport

Digitale Trends für den sozialen Sektor

Wie auf einer gut gedüngten Wiese die Blumen, sprießen auf dem Nährboden des Internets täglich zahlreiche digitale Anwendungen. Im Trendreport greift das betterplace lab diese Projekte auf und leitet daraus Trends ab. Wir wollen mit den gesammelten Trends und Fallbeispielen (Cases) zeigen, welches Potential neue Technologien für den sozialen Sektor haben – von der App zur besseren Kuhhaltung bis zur Online-Krisenkarte im Katastrophenfall. Die Ideen und Innovationen sollen sozialen Organisationen, Stiftungen und Sozialunternehmern in Deutschland dabei helfen, wirkungsvoller zu arbeiten – denn gute Ideen sind ansteckend, befeuern die eigene Kreativität und tragen zu besseren Lösungen für Probleme bei.

Der Trendreport will aber auch Antworten geben, zum Beispiel auf die Fragen: Wie verändern digitale Medien den sozialen Sektor? Welche Organisationsformen und Arbeitsweisen sind im Netz besonders erfolgreich? Emanzipieren sich Begünstigte durch den neuen Zugang zu Informationen von NGOs?

Informationen in Echtzeit: Digitale Medien machen NGOs schneller und besser

Im Trend Echtzeit nehmen wir Effekte digitaler Medien auf den sozialen Sektor genauer unter die Lupe und berichten von Projekten, die mit schnellen, direkten Informationen arbeiten. Die kenianische Mikroversicherung Kilimo Salama sorgt mit automatisierter Wetterbeobachtung und Meldungen per SMS dafür, dass Bauern bessere Ernten einfahren können. So bieten Echtzeit-Informationen für Menschen, die NGOs bislang einfach als Begünstigte betrachteten, Chancen für einen verbesserten Lebensstandard jenseits der klassischen Hilfsindustrie. Und: Meldungen in Echtzeit, zum Beispiel per SMS-Feedback zur Funktionstüchtigkeit von Brunnen erleichtern die Arbeit von Hilfsorganisationen, weil sie die Erfolge oder Fehler von Hilfsprogrammen schneller messen können als zuvor.

Digitalskalieren: Im Netz erfolgreich wachsen

In NGO- und Sozialunternehmerkreisen fällt das Wort „Skalierung“ immer häufiger. Damit ist gemeint, dass gute Ideen, Organisationsformen und besonders wirksame Arbeitsweisen in andere Kontexte oder Länder übertragen werden. In keinem anderen Medium lassen sich Ideen so schnell und effizient verbreiten wie übers Internet – unter dem Titel Digitalskalieren haben wir Erfolgsrezepte analysiert. Ein Beispiel: Das Mentorenprogramm iMentor interactive hat eine Software entwickelt, die Schulen und NGOs dabei hilft, Mentorenprogramme zu starten. Sie besteht aus einem Vermittlungstool, Programmplänen und Diskussionsgrundlagen für die Kommunikation zwischen Mentoren und Schülern. Eine gute Idee, für die sich bisher 1.500 Mentoren-Paare begeistern konnten.

Offene Innovationen: Ideen für die gute Sache sammeln

Weil sich über Internetplattformen Menschen ortsunabhängig einfach koordinieren lassen, laden immer mehr Unternehmen und Organisationen dazu ein, an der Lösung von Problemen mitzuwirken – wir nennen den Trend Offene Innovationen. Man benennt das Problem, lädt eine große Menge von Menschen dazu ein, es zu lösen und bietet als Anreiz einen Preis für den Gewinner. So wird nicht nur die Intelligenz der üblichen Verdächtigen in der eigenen Organisation und von Experten genutzt, sondern auch an den Rändern, dem Long Tail. Zum Beispiel startete die UN die Initiative Crowd out AIDS, um mehr junge Menschen für den Kampf gegen AIDS zu mobilisieren. Über 5.000 Teilnehmer stellten ihre Empfehlungen und Kommentare für eine effektive Bekämpfung der Krankheit auf einer Plattform zusammen. So entstanden sechs Schlüsselempfehlungen, die die UN in ein Strategiepapier aufnahm.

 Was bringt mir der Trendreport?

Wir sind der Überzeugung, dass viele kluge Produkte, Dienstleistungen und Gedanken dadurch entstehen, dass Menschen bereits Bestehendes aus einem anderen Sektor, Land oder Kontext nehmen und für ihre Zwecke adaptieren. Mit dem Trendreport wollen wir dazu eine große Fülle an Ideen, Lösungen und auch gescheiterte Projekte möglichst vielen Menschen leicht zugänglich machen. Die gesammelten Trends und über 450 Cases helfen sozialen Akteuren bei der Recherche und Analyse des philanthropischen Marktes. So können sie besser einschätzen, welche Neuerungen es sich lohnt, aufzugreifen, wo Skepsis angebracht oder ein Hype abzuwarten ist. Auf diese Weise wollen wir die Arbeit von NGOs besser, effizienter und effektiver machen.

Auf trendreport.betterplace-lab.org kannst du nicht nur Cases und Trends browsen, sondern auch ein gedrucktes Exemplar unseres Trendreports bestellen (wie bei diesem Leitfaden nach dem Obolus-Prinzip).

trendreport.betterplace-lab.org

Weiterlesen: Das Internet der Dinge für die Zivilgesellschaft.

Kathleen Ziemann ist Kulturwissenschaftlerin und hat an der Europa Universität Viadrina unter dem Titel Platt 2.0 ihre Masterarbeit über Minderheitensprachen auf Facebook geschrieben. Sie arbeitete anschließend als Redakteurin bei Ärzte ohne Grenzen und ist seit September 2012 Trendreporterin im betterplace lab.